Solidaritätsstation »Jacob Morenga«
Wanderausstellung
Februar 2024
Museum Pankow
Generalunternehmer
Von 1978 bis 1991 wurden im Städtischen Klinikum Berlin-Buch in Ost-Berlin auf der sogenannten »Solidaritätsstation« über 800 Menschen aus fast 40 Ländern medizinisch versorgt. Die Patient:innen standen sozialistisch orientierten Unabhängigkeitsbewegungen oder Organisationen nahe, waren verwundete Kämpfer:innen oder politische Aktivist:innen. In der DDR erhielten sie eine medizinische Versorgung und kehrten anschließend in ihre Heimatländer oder an die Kriegsschauplätze zurück. Viele Patient:innen stammten aus dem heutigen Namibia, das bis zum Ersten Weltkrieg eine deutsche Kolonie gewesen war.
Damit knüpft das Thema dieser Ausstellung an die deutsche Kolonialgeschichte an. Am Beispiel der Solidaritätsstation zeigt die Ausstellung nicht nur, wie in der DDR mit dieser Geschichte umgegangen wurde, sondern auch, wie antikoloniale Kämpfe im südlichen Afrika und die staatlich organisierte internationale Solidarität in der DDR zusammenhingen.
Zeitzeug:innen und deren Nachfahren bringen in Videoclips Erinnerungen an und Perspektiven auf die Solidaritätsstation ein. Auch der Alltag auf der Solidaritätsstation mit seinen medizinischen und zwischenmenschlichen Herausforderungen wird dabei beleuchtet. Anhand von QR-Codes können Besucher:innen außerdem auf Hörbeiträge zugreifen.
Die Ausstellung ist aus leicht aufbaubaren, recyclebaren Papp-Elementen gefertigt. Das System ist beidseitig bedruckbar und mehrere Wände können auch über Eck verbunden werden. Durch ihr schmales, leichtes Packmaß eignen sich die Elemente gut zum Wandern. Das ermöglicht eine nachhaltige, wertige Ausstellung auch mit einem kleinen Budget.
Die Wanderausstellung wechselt nach dem Museum Pankow zunächst in die Stadtteilbibliothek Buch und dann in das Rathaus Pankow. Sie ist ein Beitrag des Museums Pankow im gesamtberliner Projekt »Kolonialismus begegnen. Dezentrale Perspektive auf die Berliner Stadtgeschichte« des Arbeitskreises der Berliner Regionalmuseen.
An der Medienstation haben die Besucher:innen die Möglichkeit mehr über Stefanie-Lahya Aukongos Geschichte zu erfahren. In verschiedenen Interviewabschnitten werden Erinnerungen, Erlebnisse und Lebenssituationen von ihr und ihrer Mutter behandelt und sichtbar gemacht.
Team & Projektdetails
AUFTRAGGEBER: Museum Pankow
AUSSTELLUNGS– & WERBEGRAFIK: Katharina Weber
MEDIENSTATIONEN: Leah Conde
AUSSTELLUNGSMÖBEL & GRAFIKPRODUKTION: Werbär
FLÄCHE: 36 – 80 qm
FERTIGSTELLUNG: Februar 2024
STATIONEN: Stadtteilbibliothek Buch (Juni 2024), Rathaus Pankow (September 2024)
FOTOS: Eric Müller, Katharina Weber