Ausstellungsgestaltung
Am 13. September 2017 wird die Wanderausstellung »#Babel 21. Migration und jüdische Gemeinschaft« in der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum eröffnet. Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk hat als Initiator und Auftraggeber dieses Ausstellungsprojektes elf junge Menschen aus dem Umfeld des Studienwerks zu ihrer Herkunft, Identität und ihrem jüdischen Selbstverständnis in Deutschland und Europa interviewt.
Auch die Migrations- und Fluchtbewegungen der letzten Jahre, ebenso wie die Geschichten der Familien, die alle einen Bezug zur Shoah haben, spielen in den Interviews eine Rolle. Komplettiert wird die Erzählung durch ein Interview mit einem Geflüchteten aus Irak, so kann der Kreis zu den aktuellen Fluchtbewegungen geschlossen werden.
Alle Protagonist:innen stellen einen Gegenstand vor, der für sie eine besondere Bedeutung inne hat. Das Ausstellungsintro inszeniert diese – meist alltäglichen Gegenstände – als Schätze. Ebenfalls werden hier alle zwölf Mitwirkenden mittels Weltkartenausschnitten vorgestellt, die die persönliche und familiäre Migrationsgeschichte zeigen. In einer Filmstation werden die ausgestellten, persönlichen Exponate von den Protagonist:innen kurz vorgestellt und erläutert.
Im sich anschließenden Hauptteil der Ausstellung finden sich die Besucher:innen in einem Kreis aus Tischen mit vertikalen Projektionsflächen aus Acrylglas wieder. Beim Durchschreiten der Ausstellung werden sie umringt von den Projektionen der Mitwirkenden, die jederzeit im Raum präsent sind. Jeder Tisch symbolisiert einen Gedankenraum, dem thematisch passende Begriffe auf Fähnchen zugeordnet sind.
Hinter einer Tür, die einem Berliner Rathaus zu entstammen scheint, findet sich die künstlerische Intervention mit dem Titel »Verwaltungsraum«. Hier werden die Besucher:innen mit den vielen, verwirrenden und auch widersprüchlichen Eindrücken konfrontiert, die eine 14-jährige Jüdin aus Russland in den ersten Wochen in München erlebt hat.
So beherbergt der Gedankenraum »Migration« z. B. die Begriffe »Eigenes«, »Sprachlosigkeit«, »Fernweh«, »Weitergehen« und »Spiralförmig«. Manche Begriffe finden sich auch in anderen Gedankenräumen, sie symbolisieren die sich ergebenden Schnittmengen.
An den Tischen der Gedankenräume finden jeweils zwei Besucher:innen Platz und können einen Film zu dem Thema ansehen. Diese Videos bestehen aus thematischen Zusammenschnitten der einzelnen Interviews mit den Protagonist:innen. Komplettiert werden die Gedenkräume durch eine großflächige Wandgrafik, die als Zeittafel die jüdische Migration nach Deutschland ab 1985 zeigt.
Der Katalog zur Ausstellung »#BABEL 21, Migration und jüdische Gemeinschaft«, der bei Hentrich&Hentrich erschienen ist, ist wie die Begleitgrafik zur Ausstellung im Centrum Judaicum ebenfalls von uns entworfen worden.
Das Ausstellungsoutro bildet eine große partizipative Wand, die den Besucher:innen Fragen zu Migration, Heimat und dem Judentum stellt. Mittels Post-it’s-Haftnotizen können Antworten oder persönliche Eindrücke an die Ausstellungsmacher:innen hinterlassen werden.
AUFTRAGGEBER: Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk
AUFTRAGNEHMER: Matthies & Schnegg
ARCHITEKTUR: Thomas Doetsch
GRAFIK: Katharina Matthies, Golnar Mehbouti Nejati, Julia Schnegg
MEDIENSTATIONEN: Katharina Matthies
FLÄCHE: variabel
FERTIGSTELLUNG: September 2017
FOTOS: Marion Lammersen
Matthies Weber & Schnegg
c/o GH28
Große Hamburger Str. 28
10115 Berlin
Tel: 030 55 95 71 60
E-Mail: zentrale@matthies-weber-schnegg.com