#BABEL 21. MIGRATION UND JÜDISCHE GEMEINSCHAFT

Sonderausstellung

September – Oktober 2017
Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum

Ausstellungsgestaltung

Blick in die Ausstellung. 4 Stationen mit Sitzgelegenheiten und Bildschirmen mit Interviews befinden sich in einem Ausstellungsraum mit Parkettboden und professioneller Deckenbeleuchtung. Die Stationen heißen "Migration". "Heimat", "Vielfalt" und "Religion".
Drei schwarze, beleuchtete Vitrinen mit von den Protagonist:innen ausgewählten, meist alltäglichen Gegenständen, unter anderem ein Chanukka-Leuchter und ein Fotoapparat. Darüber ein großes Banner mit dem Titel #BABEL21 und Begleittext.
Nahansicht einer Vitrine mit ausgewählten Gegenständen von einem/r der Protagonist:innen: eine ältere Kamera, Bücher und eine Matrjoschka.

Am 13. September 2017 wird die Wanderausstellung »#Babel 21. Migration und jüdische Gemeinschaft« in der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum eröffnet. Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk hat als Initiator und Auftraggeber dieses Ausstellungsprojektes elf junge Menschen aus dem Umfeld des Studienwerks zu ihrer Herkunft, Identität und ihrem jüdischen Selbstverständnis in Deutschland und Europa interviewt.

Auch die Migrations- und Fluchtbewegungen der letzten Jahre, ebenso wie die Geschichten der Familien, die alle einen Bezug zur Shoah haben, spielen in den Interviews eine Rolle. Komplettiert wird die Erzählung durch ein Interview mit einem Geflüchteten aus Irak, so kann der Kreis zu den aktuellen Fluchtbewegungen geschlossen werden.

Blick in die Ausstellung, links Vitrinen mit ausgewählten Exponaten der Protagonist:innen, rechts mehrere Videostationen mit Interviews. Eine große Stellwand mit dem Titel #BABEL 21 und erläuterndem Text trennt die Ausstellungsteile räumlich voneinander.
Blick in die Ausstellung mit mehreren Stationen mit Sitzgelegenheiten und Bildschirmen mit Interviews. Stichwörter wie "Vielfalt" und "Religion" zu den jeweiligen Gesprächen sind vor den Bildschirmen und mit Schildern über den Bildschirmen notiert.

Alle Protagonist:innen stellen einen Gegenstand vor, der für sie eine besondere Bedeutung inne hat. Das Ausstellungsintro inszeniert diese – meist alltäglichen Gegenstände – als Schätze. Ebenfalls werden hier alle zwölf Mitwirkenden mittels Weltkartenausschnitten vorgestellt, die die persönliche und familiäre Migrationsgeschichte zeigen. In einer Filmstation werden die ausgestellten, persönlichen Exponate von den Protagonist:innen kurz vorgestellt und erläutert.

Im sich anschließenden Hauptteil der Ausstellung finden sich die Besucher:innen in einem Kreis aus Tischen mit vertikalen Projektionsflächen aus Acrylglas wieder. Beim Durchschreiten der Ausstellung werden sie umringt von den Projektionen der Mitwirkenden, die jederzeit im Raum präsent sind. Jeder Tisch symbolisiert einen Gedankenraum, dem thematisch passende Begriffe auf Fähnchen zugeordnet sind. 

Blick in den "Verwaltungsraum", ein Raum im Raum, in dem Besucher:innen mit Eindrücken konfrontiert werden, die eine 14-jährige Jüdin aus Russland in den ersten Wochen in München erlebt hat.
Ein "Raum im Raum", etwas größer als eine Telefonzelle, der durch eine Tür betreten werden kann. An der Tür angebrachte Zettel erwecken den Eindruck einer öffentlichen Verwaltung.

Hinter einer Tür, die einem Berliner Rathaus zu entstammen scheint, findet sich die künstlerische Intervention mit dem Titel »Verwaltungsraum«. Hier werden die Besucher:innen mit den vielen, verwirrenden und auch widersprüchlichen Eindrücken konfrontiert, die eine 14-jährige Jüdin aus Russland in den ersten Wochen in München erlebt hat.

 

 

Nahansicht einer der Videostationen mit Interview-Bildschirm und Sitzgelegenheit, hier zum Thema "Migration".
Nahansicht einer der Videostationen mit Interview-Bildschirm und Sitzgelegenheit, hier zum Thema "Vielfalt".

So beherbergt der Gedankenraum »Migration« z. B. die Begriffe »Eigenes«, »Sprachlosigkeit«, »Fernweh«, »Weitergehen« und »Spiralförmig«. Manche Begriffe finden sich auch in anderen Gedankenräumen, sie symbolisieren die sich ergebenden Schnittmengen.

An den Tischen der Gedankenräume finden jeweils zwei Besucher:innen Platz und können einen Film zu dem Thema ansehen. Diese Videos bestehen aus thematischen Zusammenschnitten der einzelnen Interviews mit den Protagonist:innen. Komplettiert werden die Gedenkräume durch eine großflächige Wandgrafik, die als Zeittafel die jüdische Migration nach Deutschland ab 1985 zeigt.

Blick in die Ausstellung. 2 Stationen mit Sitzgelegenheiten und Bildschirmen mit Interviews zum Thema "Migration" und "Familie". Dahinter studiert ein Besucher die Ausstellungswand mit einer Zeittafel über jüdische Migration nach Deutschland.
An einer Wand haben Besuchende Haftnotizen in rot, gelb, grün und blau angebracht zu Fragen wie "Was bedeutet Judentum für Sie/dich?" oder "Ist Identität von Heimat oder Religion abhängig?"

Der Katalog zur Ausstellung »#BABEL 21, Migration und jüdische Gemeinschaft«, der bei Hentrich&Hentrich erschienen ist, ist wie die Begleitgrafik zur Ausstellung im Centrum Judaicum ebenfalls von uns entworfen worden.

Das Ausstellungsoutro bildet eine große partizipative Wand, die den Besucher:innen Fragen zu Migration, Heimat und dem Judentum stellt. Mittels Post-it’s-Haftnotizen können Antworten oder persönliche Eindrücke an die Ausstellungsmacher:innen hinterlassen werden.

Team & Projektdetails

AUFTRAGGEBER: Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk
AUFTRAGNEHMER: Matthies & Schnegg
ARCHITEKTUR: Thomas Doetsch
GRAFIK: Katharina Matthies, Golnar Mehbouti Nejati, Julia Schnegg
MEDIENSTATIONEN: Katharina Matthies
FLÄCHE: variabel
FERTIGSTELLUNG: September 2017
FOTOS: Marion Lammersen