Ausstellungsgestaltung
Inhaltlicher Schwerpunkt der Wanderausstellung ist der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma von der Ausgrenzung und Entrechtung der Minderheit im Deutschen Reich bis zu ihrer systematischen Vernichtung im besetzten Europa.
Die Zäsur »Holocaust« wird durch die Präsentationsform gestalterisch unterstrichen. Zwei Darstellungsebenen sind eingezogen: Der Hauptteil fällt auf senkrechten Flächen zuerst ins Auge und prägt visuell und in seinem Umfang die Ausstellung. »Einleitung« und »Nachkriegszeit bis heute« werden durch waagerechte bzw. schräge Tischflächen abgesetzt.
Im visuellen Mittelpunkt stehen die vor der Zerstörung geretteten Privatfotos. Sie durchziehen die Ausstellung als blau passepartourierte Bilder auf extra Täfelchen und erhalten damit besondere Wertigkeit. So werden der Täterperspektive die persönlichen Zeugnisse der Opfer entgegengestellt. Hinter den abstrakten NS-Dokumenten der Vernichtung treten die zerstörten Lebenswege zu Tage und werden auch für Besucher:innen mit wenig Fachkenntnissen greifbar.
Zudem haben die Besucher:innen die Möglichkeit, über QR-Codes mit einem Smartphone Videos zu einzelnen Themen abzurufen, unter anderem Berichte von Überlebenden des Völkermords. Ab Winter 2017 steht außerdem eine inhaltlich erweiterte Onlineversion der Ausstellung zur Verfügung.
Die im Jahr 2017 konzipierte und realisierte Wanderausstellung »Rassendiagnose Zigeuner« ist bis heute vielfach präsent. Sie wurde in Gedenkstätten, Museen sowie öffentlichen Institutionen im In- und Ausland gezeigt. Über die Jahre wurde die Ausstellung kontinuierlich weiterentwickelt und um regionale, spezifische Inhalte ergänzt, wodurch sie stets anschaulich und zeitgemäß bleibt.
Die Ausstellung ist speziell für den Einsatz als Wanderausstellung konzipiert. Die Materialien sind stabil, aber leicht, die Präsentationsflächen hochwertig, jedoch unkompliziert im Aufbau. In eigens angefertigten Kisten verpackt, lässt sie sich sicher transportieren. Dank ihres modularen Systems kann sie flexibel an unterschiedliche Grundrisse angepasst werden. Ihre Inhalte sind so fokussiert und visuell aufbereitet, dass sie unabhängig vom Wissensstand gut verständlich und anschaulich bleiben.
Durch ihre lange Laufzeit und die flexible Nutzung als Wanderausstellung ist die Ausstellung ressourcenschonend, erreicht eine breite Öffentlichkeit und regt dauerhaft zur Auseinandersetzung mit der Thematik an.
AUFTRAGGEBER: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
AUFTRAGNEHMER: Matthies & Schnegg
GESTALTUNGSKONZEPT: Julia Schnegg, Thomas Doetsch
ARCHITEKTUR: Thomas Doetsch
GRAFIK: Julia Schnegg, Katharina Matthies
LITHOGRAFIE: Claudia Wolf
MEDIENSTATIONEN: Katharina Matthies
FLÄCHE: variabel
FERTIGSTELLUNG: Mai 2017
STATIONEN: Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg (2017), NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln (2017), Galerie der Tschechischen Zentren Prag (2018), Kreishaus Heidkamp (2018), Gedenkstätte Zellentrakt Herford (2018), Bayerisches Armeemuseum Ingolstadt (2018), Mahn- und Gedenkstätten Ravensbrück (2019), Stadtbibliothek Magdeburg (2019), Landeshaus Kiel (2019), Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg (2020), Landtag Thüringen (2020), Osthaus Museum Hagen (2020), Unteren Rathaushalle Bremen (2022), Stadtmuseum Paderborn, Landtag Rheinland Pfalz (2023), Goetheinstitut Serbien Belgrad (2023), Landtag Nordrhein Westfalen (2024), Kreishaus Dietzenbach (2025), u.a.
FOTOS: Thomas Doetsch
Matthies Weber & Schnegg
c/o GH28
Große Hamburger Str. 28
10115 Berlin
Tel: 030 55 95 71 60
E-Mail: zentrale@matthies-weber-schnegg.com