Zur Ader! – Neue Blicke auf eine alte Praxis

Sonderausstellung

November 2024 – März 2025
Universität Heidelberg

Generalunternehmer

Hinter einer weißen Tischvitrine steht groß in Serifen 'Aderlass-Debatten im 19. Jahrhundert' auf einer von fünf roten Infotafeln. Neben Büchern sind medizinische Utensilien ausgelegt. Auf dem Vitrinenglas liegt ein roter Hefter mit der Aufschrift 'Aderlass-Behandlungen', welcher durchgeblättert werden kann.
'Zur Ader! Neue Blicke auf eine alte Praxis' steht über dem Introtext auf einer angewinkelten Stellwand. Farbverlauf aus verschiedenen Rottönen (Signalrot, Purpurrot, Rubinrot) und zierenden Silhouetten von Adern an Introwand bilden ikonografische Grafik der Ausstellung. Unter einer Glaskuppel auf einem schmalen Podest davor, ist ein Röhrchen mit menschlichem Blut ausgestellt.
Tür mit großer Glasfront legt Blick von außen in die Ausstellung frei. 'Zur Ader! Neue Blicke auf eine alte Praxis', steht mit zusätzlichen Informationen zu Laufzeit und Inhalt auf der Scheibe.
Historischer Raum mit fischgräten Dielen, Stuck und hängendem Kronleuchter. Raummitte: Insel aus Tischvitrinen mit roten Einlegeböden auf denen Objekte wie medizinische Instrumente präsentiert sind. Dahinter sind Informationstafeln in verschiedenen Rottönen versetzt platziert. Themen wie 'Berufsstände' und 'Aderlassgeschichten' werden behandelt.

Im Kurpfälzischen Museum Heidelberg wird in den Räumen, in denen im 19. Jahrhundert der Mediziner Maximilian Johann Chelius praktizierte, eine Kabinettausstellung zum Aderlaß präsentiert.

Die Kuratorin Kirsten Weining entwickelt aus den Ergebnissen eines Forschungsprojekts, das die biologischen, kulturgeschichtlichen und wirtschaftlichen Dimensionen des Blutes erforscht hat, das inhaltliche Konzept.

Die Herausforderung, die vielen tollen Exponate und grafischen Inhalte in die Ausstellungsräume zu integrieren, haben wir gerne übernommen. Gemeinsam mit Thomas Doetsch sind für alle vier Räume Architekturen entstanden, die wie eine Intervention in der Dauerausstellung funktionieren. Die ikonografische Grafik und interaktive bzw. partizipative Stationen komplettieren die Szenografie.

Ein Röhrchen mit menschlichem Blut steht geschützt unter einer Glaskuppel auf einem Podest. 'Echt!' steht daneben an der Wand auf einem dunkelroten Objektschild mit weißer Schrift auf hellrotem Hintergrund.
'Vom Aderlass zur Blutspende'. Tischvitrine mit medizinischen Utensilien, Fotos und kleinen Plakatmotiven auf roten Einlegeböden. Im Hintergrund stehen Ausstellungstexte und Bilder auf roten, versetzt voreinander stehenden Infotafeln.
Ausstellungsraum mit drei roten Podesten in Signalrot, Purpurrot und Rubinrot im Zentrum. Jedes Podest hat eine kleinere aufgesetzte Glashaube in Würfelform. Darunter geschützt ein Lungenmodell, ein leerer Blutbeutel und ein Kelch.
Signalrotes Podest mit Lungenmodell unter Glashaube aus der Nähe. Infografiken und weiße Objekttexte sind flach auf freier Fläche um Haube sichtbar. Hintergrund: Geöffnete Flügeltüren mit Blick auf Mitmach-Station (im nächsten Bild).

Geschickt werden Bestandsvitrinen des Museums mit neu gebauten Podesten und den »Schwertern«, die die Ausstellungstexte, Infografiken und Abbildungen beherbergen, kombiniert.

Erste Mitmachstation: Ein rubinroter Rahmen, eingelassen in geöffnete Flügeltür. Darin befestigt ein signalroter Fadenvorhang, an welchen Besuchende viele handbeschriebene Zettel an einzelne Fäden geknotet haben. Beispiele für Notizen: 'blutiger Anfänger', 'Blutspende' und 'Vampir'.
Hand hält Notizzettel an Fadenvorhang auf dem 'Sangria' steht. Ausstellungstitel steht über weißer Fläche, die zum beschreiben dient.
Zweite Mitmach-Station. 'Gesucht: Ihre Aderlassgeschichten' steht auf Stellwand in rotem Farbverlauf. Rechts daneben ein Podest in Rubinrot. Rote, in durchsichtigen Fächern aufbewahrte Klappkarten, können auf Podest beschrieben werden. Beschriebene Karten können dann auf vier horizontal gezogene Schnüre an Stellwand gehängt werden, sodass andere Besuchende diese nachlesen können.

Zwei poetische Mitmach-Stationen laden die Besucher:innen ein, eigene Wortmeldungen zu den Themen »Blaues Blut?« und »Ihre Aderlasserfahrungen« in der Ausstellung zu Hinterlassen.

Hands On Station 'Wie viel Blut?'. Karten sind mit Ringösen auf Podest befestigt. Sie können nach oben aufgeklappt werden. Die Vorderseite zeigt Fragezeichen, die Rückseite Milliliter Angaben.
Offen auf Glasvitrine liegendes Blätterbuch in signalrotem Klemmhefter.

Eine Hands On Station an der spielerisch ermittelt werden kann, wieviel Milliliter Blut bei den verschiedenen Arten von Aderlass »verloren« werden und Blätterbücher zur Vertiefung sorgen für Abwechslung.

Team & Projektdetails

AUFTRAGGEBER: Universität Heidelberg
ARCHITEKTUR: Thomas Doetsch
GRAFIK: Julia Schnegg, Paula Teichmann, Katharina Matthies
INFOGRAFIK: Leah Conde
WERBEGRAFIK: Leah Conde, Katharina Matthies 
AUSSTELLUNGSBAU: Lars Hampel und Erik
GRAFIKPRODUKTION: Villa Schmück Dich, Baier Druck
FLÄCHE: 106 qm
LAUFZEIT: 21. November 2024 bis 16. März 2025
FOTOS: Frank Fietzek, Anne Mahn, Katharina Matthies