Ausstellungsgestaltung
Nach den Ausstellungen »August Macke – ganz nah« und »Im Westen viel Neues« bildet »Zerrissene Träume« den Abschluss der Expressionismus-Trilogie im Sauerland-Museum Arnsberg. Die Ausstellung bietet einen faszinierenden Einblick in die expressionistische Kunst und deren Reaktionen auf die massiven gesellschaftlichen und politischen Umbrüche des frühen 20. Jahrhunderts.
Sie spannt einen Bogen von der Euphorie des Aufbruchs über die Zerrissenheit des Ersten Weltkriegs bis hin zur Verfolgung durch das NS-Regime. Mit über 200 Werken aus der beeindruckenden Sammlung Gerhard Schneider wurde eine Ausstellung geschaffen, die berührt, inspiriert und zum Nachdenken anregt.
Der Titel »Zerrissene Träume« bezieht sich zunächst auf einen Ernüchterungsprozess der an ästhetischen Idealen ausgerichteten Künstler im Ersten Weltkrieg, vor allem der »Künstlergruppe Brücke« und des »Blauen Reiters«. Aber auch die Vorstellungen der jüngeren Expressionistengeneration, auf das gesellschaftliche Leben in der Weimarer Republik mit ihrer Kunst einwirken zu können, erwies sich als Utopie.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten zerplatzten diese Träume endgültig. In der Ausstellung werden diese zerrissenen Träume durch transparente, bedruckte Gewebe veranschaulicht. Die zeitliche und thematische Gliederung der Ausstellungsbereiche wird dabei durch durchscheinende zeitgenössische Fotografien ergänzt.
Die im Umgang mit Ressourcen nachhaltige Gestaltung nutzt die im Haus vorhandenen Ausstellungsbauten. Eine neue, eigenständige Szenografie entsteht durch den Einsatz leuchtender Farben, versetzter Nischen und Durchblicke, die Verbindungen zwischen den Werken schaffen. Ein Zeitstrahl im Treppenhaus begleitet die Ausstellung und verortet die gezeigte expressionistische Kunst in den gesellschaftspolitischen Ereignissen von 1905 bis 1937.
Biografien von Künstlern wie Josef Albers, Heinrich Maria Davringhausen, Erich Fraaß, Erich Heckel und Käthe Kollwitz ziehen sich neben ihren Werken durch die Ausstellung. Sie zeigen den individuellen Umgang mit den durch Krieg und Verfolgung zerstörten Lebens- und Schaffenswegen.
Den Abschluss der Ausstellung bilden Gazen, die mit expressionistischer Lyrik bedruckt sind. Auf diese Stoffe werden „traumhafte“ Werke projiziert – maritime Landschaften und Szenen aus dem Varieté. Sie schließen den erzählerischen Bogen von hoffnungsvollem Aufbruch über entfesselte Gewalt bis hin zu Anpassung oder innerem Exil.
AUFTRAGGEBER: Sauerland-Museum Arnsberg
SZENOGRAFIE: Katharina Weber, Theresa Rohrberg
AUSSTELLUNGS- & WERBEGRAFIK: Katharina Weber
MEDIENSTATIONEN: Leah Conde
FLÄCHE: ca. 600 qm
FERTIGSTELLUNG: November 2024
FOTOS: Katharina Weber
Matthies Weber & Schnegg
c/o GH28
Große Hamburger Str. 28
10115 Berlin
Tel: 030 55 95 71 60
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