ZERRISSENE TRÄUME.
Expressionistische Kunst vom Aufbruch in die Moderne bis zur
NS-Verfolgung

Sonderausstellung

November 2024 – Febuar 2025
Sauerland-Museum Arnsberg

Ausstellungsgestaltung

Verwinkelte Stellwände in Lila geben Blick auf im Hintergrund stehende Wände in Blau frei. Verschieden große, farbige Malereien von unterschiedlichen Künstler:innen sind gehängt. 'EXPRESSIONISTEN' steht gestürzt auf der schmalen Seite der Stellwand. Kleine in Wandfarbe getauchte Objekttexte kleben unter oder rechts neben Gemälden.
'ZERRISSENE TRÄUME - Werke aus der Sammlung Gerhard Schneider - Expressionistische Kunst von Aufbruch in die Moderne bis zur NS-Verfolgung' steht auf Introwand. Breiter, blauer Streifen, vertikal über großgezogenem Titelmotiv, dient als Untergrund für Introtext. Titelbild: Die schlafende “Schwester Maria”, angefertigt von Heinrich Maria Davringhausen.
Zwei schwarze Tischvitrinen im Raumzentrum mit hellgrauen Wänden. Es hängen gerahmte Bilder. Hintere Ecke: Gelbgrüne Fläche mit dem Bereichstext. Blick in den Raum wird durch bedrucktes, transparentes Textil zu einem Drittel verdeckt. Eine Person läuft durch die Ausstellung.

Nach den Ausstellungen »August Macke – ganz nah« und »Im Westen viel Neues« bildet »Zerrissene Träume« den Abschluss der Expressionismus-Trilogie im Sauerland-Museum Arnsberg. Die Ausstellung bietet einen faszinierenden Einblick in die expressionistische Kunst und deren Reaktionen auf die massiven gesellschaftlichen und politischen Umbrüche des frühen 20. Jahrhunderts.

Sie spannt einen Bogen von der Euphorie des Aufbruchs über die Zerrissenheit des Ersten Weltkriegs bis hin zur Verfolgung durch das NS-Regime. Mit über 200 Werken aus der beeindruckenden Sammlung Gerhard Schneider wurde eine Ausstellung geschaffen, die berührt, inspiriert und zum Nachdenken anregt.

Zwei rote Wände, die aus dem Bildrand jeweils von links und rechts zur Mitte hin laufen. Pro Wand zwei gerahmte Bilder. Zentrum: Lücke zwischen beiden Wänden legt Blick auf drei schmale, hängende, bedruckte Textile frei. Dahinter sind 5 Bilder an Wand zu erahnen. Eine Person läuft durch die Ausstellung.
'REVOLUTION' steht gestürzt auf schmaler Seite von roter, verwinkelter Stellwänden. Bilder von unter anderem Käthe Kollwitz, hängen an den Wänden. Gelbgrüne Fläche, die vom Boden schräg nach rechts verläuft, beinhaltet Infotext zu Käthe Kollwitz, inklusive Foto.

Der Titel »Zerrissene Träume« bezieht sich zunächst auf einen Ernüchterungsprozess der an ästhetischen Idealen ausgerichteten Künstler im Ersten Weltkrieg, vor allem der »Künstlergruppe Brücke« und des »Blauen Reiters«. Aber auch die Vorstellungen der jüngeren Expressionistengeneration, auf das gesellschaftliche Leben in der Weimarer Republik mit ihrer Kunst einwirken zu können, erwies sich als Utopie.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten zerplatzten diese Träume endgültig. In der Ausstellung werden diese zerrissenen Träume durch transparente, bedruckte Gewebe veranschaulicht. Die zeitliche und thematische Gliederung der Ausstellungsbereiche wird dabei durch durchscheinende zeitgenössische Fotografien ergänzt.

Drei hohe, schmale Transparente hängen versetzt von der Decke. Das über alle drei Gazen bedruckte Motiv ist ein schwarz-weiß Foto. Es zeigt eine alte Straßenszene voller Menschen, Autos und Busse. 'EMIGRATION' steht gestürzt in Weiß auf einer blauen Wand mit Bildern im Hintergrund.
Zwei schwarze Tischvitrinen umgeben von blauen und lilanen Wänden mit Bildern. Im Hinter- und Vordergrund sind Teile von bedrucktem Gewebe zu sehen.
Lila und dunkelgrau-blaue Wände mit verschieden großen und farbigen Bildern. Während auf der in den Blick ragenden Wand bunte Motive zu sehen sind, sind auf den dunkelgraublauen Wänden vorrangig unbunte Werke zu sehen.
Dunkelgraublaue, freistehende Stellwand mit circa zwei Meter hohem und über einem Meter breitem Bild im Fokus. Motiv: 'Der Abgrund' von Georg Netzband von 1935. Umgeben von dunkelgraublauen Wänden mit weiteren Bildern. 'VERFOLGUNG' steht in weißen Versalien gestürzt auf der hinteren Wand.

Die im Umgang mit Ressourcen nachhaltige Gestaltung nutzt die im Haus vorhandenen Ausstellungsbauten. Eine neue, eigenständige Szenografie entsteht durch den Einsatz leuchtender Farben, versetzter Nischen und Durchblicke, die Verbindungen zwischen den Werken schaffen. Ein Zeitstrahl im Treppenhaus begleitet die Ausstellung und verortet die gezeigte expressionistische Kunst in den gesellschaftspolitischen Ereignissen von 1905 bis 1937.

Biografien von Künstlern wie Josef Albers, Heinrich Maria Davringhausen, Erich Fraaß, Erich Heckel und Käthe Kollwitz ziehen sich neben ihren Werken durch die Ausstellung. Sie zeigen den individuellen Umgang mit den durch Krieg und Verfolgung zerstörten Lebens- und Schaffenswegen.

Links blaue Wand mit Bildern unter dem Stichwort "Emigration", rechts transparente Stoffbahnen mit Bildern und Texten
Weißes Treppenhaus. Gelbgrüne Flächen mit schwarzer Schrift bilden einen Zeitstrahl, den man über die Stufen ablaufen kann.

Den Abschluss der Ausstellung bilden Gazen, die mit expressionistischer Lyrik bedruckt sind. Auf diese Stoffe werden „traumhafte“ Werke projiziert – maritime Landschaften und Szenen aus dem Varieté. Sie schließen den erzählerischen Bogen von hoffnungsvollem Aufbruch über entfesselte Gewalt bis hin zu Anpassung oder innerem Exil.

Ausstellungsplakat mit Titelmotiv der schlafenden "Schwester Maria" auf dunkelblauem Hintergrund. Weißer Titel rahmt das Motiv. Subtitel, Laufzeit und Ort sind am oberen und unteren Rand platziert. Darunter Logo des Museums sowie Logo der Sponsoren.
Ausstellungsflyer liegen und stehen mosaikhaft nebeneinander. Aussicht auf Leitmotiv. Ebenso sichtbare Rückseite mit Adresse, Öffnungszeiten, Preisen, Kontakt und Parkmöglichkeiten. Geöffneter Flyer mit Titel, dynamisch angeordneten Bildmotiven und Ausstellungsinformationen.

Team & Projektdetails

AUFTRAGGEBER: Sauerland-Museum Arnsberg
SZENOGRAFIE: Katharina Weber, Theresa Rohrberg
AUSSTELLUNGS- & WERBEGRAFIK: Katharina Weber

MEDIENSTATIONEN: Leah Conde
FLÄCHE: ca. 600 qm
FERTIGSTELLUNG: November 2024
FOTOS: Katharina Weber