NS-Dokumentation Vogelsang
»Bestimmung: Herrenmensch – NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen«

Dauerausstellung

Seit September 2016
Vogelsang IP

Projektpartner: gwf-ausstellungen,
Matthies & Schnegg mit It‘s About
Ausstellungsgestaltung

Am 11. September 2016 wurde in dem monumentalen Gebäudekomplex der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang das neue Forum IP (Internationaler Platz) eröffnet und inmitten des Naturparks Eifel ein neuer Ausstellungs- und Bildungsort geschaffen. 

Die ehemalige nationalsozialistische Ordensburg ist nicht nur eines der größten Bauwerke des NS-Regimes, sondern auch Ausdruck seiner Arroganz und Menschenverachtung, die auf einer Fläche von rund 100 Hektar errichtet wurde. Wie die meisten nationalsozialistischen Großbauten wurde sie nie vollendet.

Doch auch in seinem jetzigen Zustand zeigt das denkmalgeschützte Gebäude, dass es – wie die Ordensburgen in Krössinsee und Sonthofen – nicht nur ein Zweckbau, sondern ein politischer Bau war: Es ist eine Herrschaftsarchitektur, die das Selbstverständnis der Nationalsozialisten und ihren Machtanspruch über Mensch und Natur widerspiegelt.

Gemeinsam mit gwf-ausstellungen und It‘s about gestaltete Matthies & Schnegg die NS-Dokumentation Vogelsang »Bestimmung: Herrenmensch – NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen«. Sie umfasst 800 qm und zusätzlich 1.000 qm in den drei Exponaträumen »Ehrenhalle«, »Burgschänke« und »Kamerad­schaftshaus«.

Diese Ausstellung leistet einen wichtigen Beitrag zu einem bisher wenig beachteten Aspekt der NS-Geschichte: eine kleine Gruppe junger Männer – die sogenannten Ordensjunker -, die dem deutschen Volk als neue Parteielite präsentiert wurden.

Die Ausstellung widmet sich dem historischen Ort Vogelsang – in vielfältigem Themenzuschnitt. 

Die hell und luftig gehaltene erste Etage ermöglicht einen Einblick in Alltag und Ausbildung auf der NS-Ordensburg. Die Gestaltung spiegelt die Verheißungen und Glücksversprechen, aber auch die inneren Widersprüche des NS-Regimes.

Die Zweitnutzung der NS-Ordensburg als Adolf-Hitler-Schule nach Kriegsbeginn läuft als paralleler Erzählstrang durch die gesamte Ausstellung.

Der akzentuierte Einsatz interaktiver Medien ermöglicht eine vielschichtige Rezeption. Zwischen großflächigen Projektionen, Zeitzeugeninterviews und klassischen PC-Terminals, an denen die Besucher Originaldokumente studieren können, beleben Videoloops einzelne Abschnitte der Erzählung.

Ein Geländemodell veranschaulicht die Lage und Funktion der verschiedenen Teile der NS-Großanlage.

In der räumlich abgesetzten, dunkel gehaltenen unteren Etage, unterstützt eine eher bedrückende Atmosphäre die Erzählung von der Rolle der Junker als Täter an den NS-Verbrechen in den besetzten Ost-Gebieten.

Die große Vielzahl von Text-, Video-, Bilddokumenten und Objekten wird 4-sprachig (Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch) in vielfältigen Medien präsentiert und durch historische Großbilder atmosphärisch gerahmt. 

Ganz dem Anliegen des barrierearmen Zugangs verpflichtet, ist die Ausstellung leicht zugänglich. Wo immer möglich, werden taktile Modelle, ein taktiles Leitsystem, Braille und erhabene Schrift bereitgestellt. Außerdem ist die Ausstellung für Rollstuhlfahrer zugänglich.

Für blinde und sehbehinderte Menschen gibt es eine separate Führung mit einem speziellen Audioguide in deutscher Sprache.

Ein Mediaguide macht die Ausstellung auch auf Englisch, Französisch und Niederländisch lesbar und hörbar.

Team & Projektdetails

AUFTRAGGEBER: Vogelsang IP gemeinnützige GmbH
AUFTRAGNEHMER: Matthies & Schnegg
PROJEKTPARTNER: gwf-ausstellungen, Matthies & Schnegg mit It‘s About
FLÄCHE: ca. 800 qm, zzgl. 1.000 qm Exponaträume
FERTIGSTELLUNG: September 2016
FOTOS: Vogelsang IP – Roman Hövel, Katharina Matthies, Charlotte Kaiser