Nano- und Biotechnologie im ZNT

Medieninstallationen

seit November 2009
Deutsches Museum München

Medieninstallationen

Die faszinierende Welt des Nanokosmos ist Thema der neuen Dauerausstellung im Zentrum Neue Technologien (ZNT) im Deutschen Museum München. Von Beginn an war es ein wichtiges Ziel der Kurator:innen, nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken der Nano- und Biotechnologie aufzuzeigen. Der Gestaltung von meinungsbildenden Medien­installationen wurde deshalb eine zentrale Rolle eingeräumt. Für die Ausstellung entstehen die Medieninstallationen »Gentest«, »Nanovisionen« und die auf reine Sachinformation ausgerichteten Stationen »3d-Molekül« und »Wie entsteht ein Medikament«.

Wäre es nicht toll, wenn allgemein verbreitete Zukunftsvisionen wie »Unsterblichkeit«, »Perfektes Recycling« oder »Saubere Energie« Realität werden könnten?

Die Besucher:innen können dies erforschen, indem sie das »Nano-Orakel« befragen. Doch Vorsicht, jeder Wunsch hat zwei Seiten: eine schön- und eine schwarz-malerische.

 

Zu jeder Zukunftsvision können jeweils zwei einminütige Animationsfilme angesehen werden, die sich mittels zweifarbiger Karten starten lassen. Soll die positive, schönmalerische Vision gezeigt, so muss z. B. die weiße Seite der »Wunschkarte« auf den Kartenscanner aufgelegt werden.

 

Der gewünschte Film wird an die gegenüberliegende Wand projiziert.

Gefällt den Besucher:innen trotz negativer Nebenerscheinungen eine dieser Visionen, können sie die dazu­gehörige Karte in den Wunschbrunnen werfen und hoffen, dass der Wunsch in Erfüllung geht … oder auch nicht, denn wer weiß, welches Orakel recht hat …

Wird das Orakel gerade von niemandem »befragt«, so zeigt die Projektion an der Wand die »Wünsche«-Statistik der Ausstellungsbesucher:innen, die seit der Eröffnung 2009 fortlaufend erhoben wird.

Bei dem Thema »Gentest am Menschen« ist eine narrative, persönliche Vermittlungsebene besonders wichtig. Daher entstanden dreidimensional bespielte »Talking Heads«. Jeder dieser Köpfe symbolisiert eine Person, die aus einer sehr persönlichen Sicht die Durchführung eines Gentests für notwendig hält.

Die Besucher:innen werden am Schluss dieser Erzählung jeweils aufgefordert, ihre eigene Meinung zu diesem Entschluss auf dem Touchscreen einzugeben. Um ein umfassenderes Bild zu ermöglichen, bietet diese Station noch weiterführende Informationen zur Gesetzeslage, ethischen Betrachtungen und Fakten rund um diese fiktiven Schicksale.

Die Abstimmungsstatistik aller Ausstellungsbesucher:innen ist nach dem Abstimmen einsehbar.

Team & Projektdetails

AUFTRAGGEBER: Deutsches Museum München
AUFTRAGNEHMERIN: Kaiser Matthies
KONZEPTION & SCREENDESIGN: Charlotte Kaiser, Katharina Matthies, Julia Schnegg
MEDIENPLANUNG: Charlotte Kaiser, Katharina Matthies, Konstantin Knape
PROGRAMMIERUNG: Gregor Blahak
FERTIGSTELLUNG: November 2009
FOTOS: Katharina Matthies