Hugenottenmuseum Berlin

Dauerausstellung

Seit Oktober 2021

Ausstellungsgestaltung

Blick in die Ausstellung mit gelb gestrichenen Wänden. Links im Vordergrund sind in einer blauen Vitrine mehrere Objekte ausgestellt. Rechts an der Wand befindet sich eine große gelbe Informationstafel mit Text. Im Hintergrund ist ein weiterer Raum mit großen Fenstern und weiteren Ausstellungsstücken zu sehen.
Themenraum mit grünen Wänden und blauen Ausstellungsmöbeln wie Vitrinen und Sitzhockern. An der rechten Wand hängt ein großes Relief mit mehreren Figuren. Eine gezeichnet wirkende Hugenottenfigur steht als lebensgroßer Aufsteller darunter.
Nahaufnahme der grünen Wand aus dem vorigen Bild. An der Wand hängen Texte zu "Ankunft und Aufnahme" sowie zum Edikt von Potsdam, das in der Vitrine daneben ausgestellt ist. Zudem hängen gerahmte Bilder an den Wänden.

Das bereits seit 1935 existierende Hugenottenmuseum im Turmbau des Französischen Doms am Gendarmenmarkt wurde 2021 nach der Sanierung des Gebäudes neu eröffnet.

Das Potsdamer Edikt ermöglichte es 1685 Protestanten (Hugenotten) nach Brandenburg auszuwandern. Das zentrale Exponat des Museums ist zusätzlich zur Präsentation in einer Vitrine in voller Länge als große Typografie an die Wand gebracht.

Auf kleinen, kabinettartigen Ausstellungsflächen werden die Themen verdichtet präsentiert. In den drei großen Räumen können die Besucher:innen aus der zweiten Ebene (Sonderausstellungsfläche) von einer Galerie in die Dauerausstellung blicken. Diese Besonderheit wurde in der Szenografie berücksichtigt: Die Objekte sind entsprechend angeordnet und grafische Elemente bilden einen Mehrwert.

Hand hält Smartphone, auf dem die englische Übersetzung der Wandtafel dahinter mit Text zu 'Bi-kulturelle Ehen' zu sehen ist.
Eine Person steht vor einer blauen Vitrine mit ausgestellten Büchern und hält den Einhandhörer der Hörstation ans Ohr. An der Wand über und neben der Vitrine hängen mehrere gerahmte Porträts.

Dank der prominenten Lage am Gendarmenmarkt hat das Museum eine sehr heterogene Zielgruppe: neben Tourist:innen aus aller Welt und als Lernort für Schulklassen finden sich auch geschichtsbegeisterte Individualbesucher:innen. 

 

Die Ausstellung wurde dreisprachig geplant (DE | EN | FR) und kann durch den Mediaguide, der 2023  fertiggestellt wird, perspektivisch um weitere Sprachen erweitert werden.

Themenraum mit hellblauen Wänden und blauen Ausstellungsmöbeln wie Vitrinen und Sitzhockern. An der rechten Wand befindet sich ein großes, farbiges Buntglasfenster mit einer Figur in historischer Kleidung.
Themenraum mit hellgelben Wänden und blauen Ausstellungsmöbeln wie Vitrinen und Sitzhockern. Viele gerahmte Bilder, zum Beispiel zum Thema "Religionskriege" sind ausgestellt.

Die durch Mittel der DKLB-Stiftung finanzierte Dauerausstellung präsentiert die Geschichte der Hugenotten in Berlin und Brandenburg von den Anfängen bis in die Gegenwart in neun Themenräumen.

Die Einbettung in die gesamteuropäische Migration infolge der Reformation, die Ursachen der Flucht der Hugenotten, die Geschichte ihrer Aufnahme und ihr Beitrag zur Geschichte Berlin-Brandenburgs stehen dabei im Mittelpunkt. 

Für die Besucher:innen bietet sich auch die Möglichkeit, sich aus der historischen Perspektive heraus mit den Themen Flucht, Integration und dem Leben im Refuge zu beschäftigen.

Die Ausstellungsgrafik unterstreicht vermittelnd die inhaltliche Narration; so finden sich Ausschnitte von berühmten Kupferstichen vergrößert an den Wänden.

Hörstation mit einem großen, zeitgenössischen Fotodruck von Menschen, die sich möglicherweise auf der Flucht befinden. Im Vordergrund steht eine schwarze Truhe mit goldfarbenen Beschlägen.
Weiße Büste in einer gläsernen Vitrine auf einem dunkelblauen Podest. An der Wand darüber ist das Akademiesiegel der Kurfürstlich Brandenburgischen Sozietät der Wissenschaften mit einem Adler und dem Text „Cognata ad sidera tendit" abgebildet.
Mehrere Wandregale an einer Wand mit blau-weißem, ornamentalem Tapetenmuster. Auf den Ablagen liegen verschiedene Objekte, von Garnspulen über Postkarten bis zu Perücken.

An mehreren Stellen schlägt die Ausstellung einen Bogen zu den aktuellen Migrationsbewegungen, zeigt die Relevanz zur heutigen Zeit auf und bietet so für die Vermittlung Anknüpfungspunkte.

Die bedeutenden Exponate der Sammlung des Museums werden in hochwertigen, zeitlosen Ausstellungsarchitekturen am authentischen Ort inszeniert. Jeder der neun Themenräume erhielt eine eigene Farbe, um die inhaltliche Struktur der Ausstellung für die Besucher:innen im komplexen Gebäude sichtbar zu machen.

Eine Person betrachtet die Objekte in einer blauen Vitrine im hellgrünen Themenraum. An der Wand hängt eine Texttafel zu "Armenfürsorge und Erziehung".
Eine Person steht vor einer grünen Wand und liest ein Informationsblatt über den französisch-reformierten Prediger Louis Frédéric Ancillon. An der Wand hängt sein gerahmtes Porträt sowie ein weiteres Porträt einer anderen Person.
Hand berührt das Dach eines Tastmodells eines Fachwerkhauses aus der Hugenotten-Siedlung Groß-Ziethen mit weißer Fassade, schwarzen Balken und rotem Ziegeldach.
Eine Person steht vor einem Schrank mit ausziehbaren Schubladen. In der ausgezogenen Schublade sind Ausstellungsstücke zu sehen. Auf dem Schrank steht ein Modell in einer Glasvitrine. Links ist eine dreisprachige Texttafel zum Thema "Die französische Kirche im 20. Jahrhundert".

Schon in der Konzeption der Ausstellung wurden Barrierearmut und Angebote für Kinder mitgedacht. Neben den Standards wie unterfahrbaren Vitrinen, guten Lesehöhen und ausreichend Kontrasten in den Ausstellungstexten ist so z. B. auch das Tastmodell eines Hauses aus der Hugenotten-Siedlung Groß-Ziethen entstanden.

Medienstation mit Bildern zur Verfolgung der Hugenotten in Frankreich und erklärendem Text über den Künstler Jan Luyken.
Ein Kupferstich von Jan Luyken zur Bartholomäusnacht von 1572. An den mit einem kleinen roten "i" markierten Punkten können Besuchende vertiefende Informationen aufrufen.
Ein weiterer Kupferstich von Jan Luyken, hier zum Edikt von Nantes von 1598. An den mit einem kleinen roten "i" markierten Punkten können Besuchende vertiefende Informationen aufrufen.
Durch Auswahl des roten "i" im vorigen Bild erscheinender Infotext zum Edikt von Nantes an der Medienstation.
Ein Infotext zur Bartholomäusnacht an der Medienstation.

Die als Objekte ausgestellten Kupferstiche von Jan Luyken können an der Medienstation »Bilder zur Verfolgung der Hugenotten in Frankreich« im Detail erlebt werden. Die Besucher:innen können in die Kupferstiche hinein zoomen und mehrere herausgehobene Situationen mit etwas ausgeblendetem Hintergrund betrachten, dazu gibt es einen kurzen Erklärungstext.

Ein kurzes Glossar liefert Kontext zu den gezeigten Personen und Ereignissen.

Screenshot der Suchseite der Datenbank der Hugenottennamen mit Suchfeldern für Name und Ort sowie vier Überschriften zu allgemeinen Informationen, Stammbäumen, Colonieliste und Geschichte der französischen Kolonie.
Alphabetische Liste mit Hugenottennamen, mit Infos zu Geburtsdatum und -ort. Zu sehen ist Seite 1 mit dem Buchstaben A, insgesamt gibt es 256 Seiten.
Datenbankseite der Medienstation mit Detail-Eintrag zu Pierre Louis Guillaume Andresse, mit Informationen zu Beruf, Geburts- und Sterbedaten, Eltern, Ehepartner und Kindern.
Dokument mit dem Titel 'Geschichte der Französischen Kolonie in Brandenburg-Preußen', das an der Medienstation durchgeblättert werden kann.

An der Medienstation »Datenbank der Hugenottennamen« können die Besucher:innen ihre eigenen hugenottischen Vorfahren recherchieren und es wird der Bogen zur heutigen Hugenotten-Gemeinde in Berlin gespannt.

Die drei historischen Dokumente sind spannende Zeitzeugnisse und können komplett durchgeklickt werden.

Medienstation-Seite zu Einrichtungen der Hugenottengemeinde in Berlin mit Stadtplänen aus dem 17. bis 21. Jahrhundert.
Medienstation-Seite zu Einrichtungen der Hugenottengemeinde in Berlin mit einem Stadtplan, auf dem Fürsorgeeinrichtungen ausgewählt und deren Lage in den verschiedenen Jahrhunderten angezeigt werden kann.
Medienstation-Seite zu Einrichtungen der Hugenottengemeinde in Berlin mit einer Liste verschiedener Kirchen und sozialer Einrichtungen, zu denen bei Auswahl ein erklärender Text angezeigt wird.
Medienstation-Seite zu Einrichtungen der Hugenottengemeinde in Berlin. Auf einem Stadtplan wird ein Text zur Dorotheenstädtischen Kirche angezeigt.
Medienstation-Seite zu Einrichtungen der Hugenottengemeinde in Berlin. Es wird der historische Stadtplan "Straube Plan" von 1874 mit Erklärtext angezeigt.

Die Medienstation »Einrichtungen der Hugenottengemeinde in Berlin« zeigt die Entwicklung und Ausdehnung im Berliner Stadtraum der Gemeinde anhand der kirchlichen und sozialen Einrichtungen, die von ihr betrieben wurden. 

Zusätzlich können vier historische Stadtpläne abgerufen werden.

Startseite des Multimediaguide des Hugenottenmuseums Berlin. Es gibt Schaltflächen zur Auswahl anderer Sprachen, eines Rundgangs durch die Dauerausstellung sowie eines Quiz und Informationen zu Architektur und Skulptur.
Bebilderte Übersicht über die neun verschiedenen Ausstellungsräume im Multimediaguide des Hugenottenmuseums.
Themenseite des achten Ausstellungsraumes mit dem Titel "Identität und Erinnerung" im Mediaguide. Weitere Unterthemen können ausgewählt werden.
Unterthema des Themenraumes acht mit dem Titel "Bi-kulturelle Ehen" im Mediaguide.
Themenseite mit dem Titel "Die Einweihung der Kirche in der Klosterstraße" im Mediaguide.
Frage 4 von 12 des Quiz im Mediaguide.

Team & Projektdetails

AUFTRAGGEBER: Französische Kirche zu Berlin
GESTALTUNGSKONZEPT: Matthies Weber & Schnegg mit Andreas Piontkowitz
ARCHITEKTUR: Thomas Doetsch, Andreas Piontkowitz (Wettbewerb)
AUSSTELLUNGSGRAFIK: Katharina Weber, Katharina Matthies, Julia Schnegg
MEDIENSTATIONEN: Katharina Matthies
PROGRAMMIERUNG MEDIEN: Graphscape
LICHT: Michael Flegel, Marc Aldinger
FLÄCHE: ca. 360 qm
FERTIGSTELLUNG: Oktober 2021
FOTOS: Marion Lammersen, MW&S