Arbeit & Migration.
Geschichten von hier

Sonderausstellung

November 2021– Juni 2022
TECHNOSEUM Mannheim

Generalunternehmer

Dunkler Raum mit einer Wand aus vertikalen, farbigen Leuchtstreifen in Blau-, Grün-, Gelb- und Rottönen. Auf den Streifen sind Schriftzüge in Großbuchstaben zu sehen, links 'ARBEIT & MIGRATION. GESCHICHTEN VON HIER', mittig und rechts Begriffe wie "Migrationshintergrund", "Flüchtling" und "Integration"
Dunkler Ausstellungsraum mit vertikalen, farblich abgestuften Paneelen in Grün- und Blautönen. An einer Wand sind zwei Texttafeln mit weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund angebracht. Auf den blauen Paneelen rechts steht in großen, bunten Buchstaben der Text 'ARBEIT & MIGRATION GESCHICHTEN VON HIER' und darunter in Englisch 'WORK & MIGRATION STORIES FROM HERE'.
Ein Ausstellungsraum mit dunklen Wänden und beleuchteten Vitrinen. An der linken Wand steht in großen blauen Lettern die Zahl '1' und der Text 'WIR SIND ALLE VON HIER'. Weiter hinten sind weiße Ausstellungstafeln mit Texten und Exponaten zu sehen. Der Boden ist aus dunklem Holz, die Decke schwarz mit sichtbaren Lampen.

Die große baden-württembergische Landesausstellung »Arbeit und Migration. Geschichten von hier« bringt geteilte Erinnerungen von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte zur Sprache. Sie zeigen, wie sehr unser Leben und Arbeiten mit Migration verwoben ist.

Szenographisch ist das Kaleidoskop die übergreifende Metapher. Es verbildlicht die kuratorisch zentralen Aspekte von Prozesshaftigkeit, Perspektivität, Facettenreichtum und Innovation: Mit jedem Blick durchs Kaleidoskop ändert sich das, was wir betrachten. Aus bunten Elementen setzen sich immer neue, überraschende Bilder zusammen. 

Ausstellung mit einer Installation vor einer leuchtend blauen Wand. Auf dem Boden liegt eine Schicht blauer Steine als Gleisbett. Darauf stehen zwei Schaufeln und ein rostiges Schild. Links an der weißen Wand sind Texttafeln und Fotos angebracht. Rechts an der schwarzen Wand steht in großen Buchstaben die Überschrift Nummer 2 "Bildung als Türöffner"
Ein roter Ausstellungsbereich mit einem Metall-Etagenbett, das mit blau-weiß karierten Bettdecken bezogen ist. Neben dem Bett steht ein Holzstuhl, links daneben befindet sich ein Spind.

Spannung erzeugen die gegensätzlichen Raumbilder: Durch die Verdichtung von Dreiecken im Raster ergeben sich thematische Brennpunkte: die »Kulissen«. Sie bilden die visuellen und emotionalen Ankerpunkte jedes Kapitels und markieren Orte gemeinsamer Erinnerungen: ein Klassenzimmer, ein Kinderzimmer, eine Eisdiele.   

Die Requisiten sind so detailreich wie die Geschichten der Erzählenden und machen sie erlebbar. Im Kontrast zu den farbigen Kulissen und den schwarzen Bestandswänden stehen die Grundelemente der Ausstellung – weiße Stelen mit dreieckiger Grundfläche und unterschiedlich hohen Spitzen, die monolithisch in die Höhe ragen und in Gruppe gestellt gefaltete Präsentationsflächen ergeben.

Nachbau eines Eiscafés mit dem Namen 'Venezia'. Die Wände und der Boden sind in verschiedenen Rosatönen gehalten. Im Vordergrund sind verschiedene Tische und Stühle, sowie eine Videostation.Dahinter befindet sich die Eistheke. An der rechten Wand sind Regale mit verschiedenen Gegenständen und Dekorationen angebracht.
Blick in die Ausstellung mit mehreren Ausstellungsbereichen. Im Vordergrund rechts ist ein gelber Bereich mit einem Tisch, auf dem Bücher und Stifte liegen, zwei Hockern sowie einem Regal mit verschiedenen Gegenständen. Im Hintergrund mittig sind eine gelbe Telefonzelle und ein Briefkasten. Links sind weiße Stellwände mit Texten und Fotos unter der Überschrift "Freundschaft".

Sowohl über Nachbarschaftsnetzwerke, eBay Kleinanzeigen, als auch aus den Beständen von Museen und dem Technoseum selbst sind die Requisiten für die Ausstattung der Kulissen gebraucht zusammengesammelt worden. 

Eine Person in rotem Pullover steht vor einer weißen Ausstellungswand und fotografiert mit einem Smartphone mehrere gerahmte Fotos und Bilder. Die Wand trägt die Überschrift 'AHOI! HELAU! FREMDE BRÄUCHE'. Die Bilder zeigen Einschulungsfotos von Kindern mit Schultüte.
Grüner Tisch mit fünf grünen Bechern, die jeweils mit mehreren weißen und gelben Stiften gefüllt sind. Eine Legende erklärt, dass weiße Stifte für Menschen ohne, gelbe für Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund stehen. Den Bechern ist jeweils ein Schulabschluss zugeordnet. Auf diese Weise werden Statistiken dreidimensional veranschaulicht.

Die Geschichten und Objekte wurden in einem partizipativen Prozess gesammelt und in einem gemeinsamen Diskussionsprozess mit den Protagonist:innen ausgewählt. Sie nehmen Einfluss darauf, wie ihre Geschichten erzählt werden.  Auch in der laufenden Ausstellung spielt Teilhabe eine große Rolle: Die Besucher:innen können an vielen Stellen selbst zum Teil der Ausstellung werden, indem sie an analogen und digitalen Mitmach-Stationen Fotos von erinnerungswürdigen Ereignissen in die Ausstellung integrieren.

In allen Kulissen sind dreidimensionale Statistiken organisch integriert, die auf besondere Weise historische Daten veranschaulichen.

Ein weißer Tisch mit vier weißen Hockern steht auf einem Holzboden, der von weißen Linien umrahmt ist. Über dem Tisch hängen mehrere Schilder in der Art von dreieckigen Verkehrszeichen mit verschiedenen Warnsymbolen. Auf dem Tisch sind zwei rote Buzzer und zwei schwarze Kopfhörer, die an den Tischkanten befestigt sind. Im Hintergrund ist eine schwarze Wand mit einem weißen Piktogramm für eine Toilette zu sehen.
Zwei Personen sitzen an einem weißen Tisch, auf dem Bastelbögen für einen grünen Traktor liegen. Die beiden fügen die letzten Teile eines fast fertig gebauten Traktors zusammen.

Zudem ist die zweisprachige Ausstellung barrierearm und berücksichtigt die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrer:innen und Kindern im Grundschulalter. So können alle mitmachen. Die Narration ist durch viele Hands-On Stationen und interaktive Medienangebote abwechslungsreich und lädt alle Altersgruppen zum Entdecken ein.

Ein Ausstellungsraum mit Ausstellungswänden in schwarz, weiß und blau. An der linken Wand steht die Zahl '6' und der Text 'Sorgearbeit, Spargelernte und Lieferando'.
Eine interaktive Station zur Erkundung des Arbeitsalltags eines Lieferdienstfahrers: Eine Person mit einem großen Rucksack sitzt auf einem Fahrrad vor einer Wand mit einem Bildschirm. Dahinter ist ein türkisfarbener Bereich mit der Aufschrift 'IMBISS' und einer "Lieferando"-Tasche.
Runde Projektion an einer Wand mit kaleidoskopartigen, dreieckigen Mustern in Blau- und Violetttönen, die Gesichter zeigen. Rechts daneben schwarze Wand mit weißer Beschriftung: »GESICHTER VON HIER. KALEIDOSKOP FOTO BOX«
Großer, heller Ausstellungsraum mit mehreren Tischen und Stühlen. Auf einem Tisch im Vordergrund steht ein Modell eines Gebäudes mit einem Gittergerüst. An der rechten Wand befindet sich eine große graue Tafel mit vielen kleinen farbigen Karten und Texten. Im Hintergrund links ist eine Weltkarte zu sehen.

Das Ende der Ausstellung ist offen, ein Diskursraum. Hier finden Workshops mit Besucher:innen statt. Fragen werden aufgeworfen und die Themen Rassismus und Diskriminierung aktiv anhand von Beispielen aus der Region verhandelt.

Team & Projektdetails

AUFTRAGGEBER: TECHNOSEUM Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim
SZENOGRAFIE: Katharina Schmans, Katharina Weber
AUSFÜHRUNGSPLANUNG: Janno Himpel, Thomas Doetsch
BAULEITUNG: Janno Himpel
AUSSTELLUNGSGRAFIK: Katharina Matthies, Katharina Weber, Klara Lange, Wencke Osinski, Julia Schnegg
MEDIENSTATIONEN: Katharina Matthies
PROGRAMMIERUNG MEDIEN: Graphscape
AUSSTATTUNG & BAU KULISSEN/REQUISITEN: Marie Jakupovic, Janno Himpel
AUSSTELLUNGSBAU: Tischlerei Schuster
GRAFIKPRODUKTION: Oschatz Visuelle Medien
SONDERGRAFIK PRODUKTION: Kemna Druck, Radebeuler Machwerk, Villa Schmück Dich
FLÄCHE: 900 qm
FERTIGSTELLUNG: November 2021
FOTOS: Josephine Voß, Oschatz Visuelle Medien und Klaus Luginsland, TECHNOSEUM