Im Westen viel Neues.
Facetten des rheinisch-westfälischen Expressionismus

Sonderausstellung

September 2021 – Januar 2022
Sauerland-Museum Arnsberg

Ausstellungsgestaltung

Im Vordergrund Gemälde an gelber Wand, dahinter rote Wände mit weiteren Bildern. Ein Zitat an der Wand: "Sinn der Kunst ist nicht, Übereinstimmungen hervorzurufen, sondern zu erschüttern. Kunst ist Magie: Ein Akt der Schöpfung, die das Wissen verliert, um Geist zu werden."
Treppenhaus mit weißen Wänden, gelbem Wandbild mit Pflanzenmuster und Text 'IM WESTEN VIEL NEUES', daneben erläuternder Textblock.
Frau mit vor grüner Wand mit gelbem Text und historischer Karte an weißer Wand. Ein Zitat an der Wand: "Unsere energiegeladene Jugend hatte man geknebelt, versklavt und zermürbt. Man hat uns zur Verzweiflung getrieben und uns jeden Funken aus dem Schädel geknallt."

»Im Westen viel Neues« konzentriert sich auf die unterschiedlichen Ausprägungen der modernen Bewegung zwischen etwa 1908 und 1928 in der rheinisch-westfälischen Region. Eine Vielzahl von Künstler:innen aus Rheinland und Westfalen gehörte um den Ersten Weltkrieg herum zu den ersten beiden Generationen des Expressionismus als neuer Strömung in der Kunst. Sie kamen aus der Gegend oder wurden durch die lebendige Kunstszene in den Westen gelockt.

Den Besucher:innen wird anschaulich vermittelt, was eigentlich das Revolutionäre an der expressionistischen Bewegung ist. Sie umfasst alle Lebensbereiche, Kunst und Leben durchdringen sich. So malten die Künstler:innen nicht nur ihre Visionen auf Leinwände oder Papier, realisierten sie nicht nur im Backstein der Häuser und Kirchen, sondern ebenso in kunsthandwerklichen Objekten, auf der Bühne oder in den wagemutigen Wortkaskaden ihrer Lyrik. Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Druckgrafiken sind ebenso Teil der Schau wie Alltagsobjekte, Möbel, Architektur, Lyrik sowie Bühnenbilder für die neuen und alten Spielstätten.

Wand mit einer grafischen Darstellung, die aus mehreren halbkreisförmigen Segmenten in Gold und Text in Schwarz besteht. Die Segmente sind durch dünne Linien miteinander verbunden und tragen Ortsnamen wie "HAGEN", "PADERBORN", "STUTTGART" und "MÜNCHEN".
Raum mit gelben Wänden, mehreren Gemälden in Rahmen und einer kleinen Skulptur auf einem schwarzen Sockel. Ein Zitat an der Wand: "Die Lebendigkeit einer gemalten Fläche entsteht durch Bewegung, die im Beschauer erregt wird, durch den gleichzeitigen Klang von rot blau, Längen Kurven usw."

Die Ausstellung vereint etwa 160 Exponate bekannter und unbekannter Persönlichkeiten mit ganz unterschiedlichen Biografien. Ausstellung und Katalog machen es sich zur Aufgabe, den vielfältigen Facetten der expressionistischen Bewegung im Westen nachzuspüren.
So richtet sich der Blick auch auf Entstehungsbedingungen und Netzwerke. Ausgewählte Lyrik zieht sich von den Wänden der Ausstellung über das Treppenhaus bis hin zu den Spiegeln in den Bädern.

Die Ausstellung besticht durch eine ausdrucksstarke Gestaltung, die mit intensiven Farben die Leuchtkraft der Werke betont. Spannende Sichtachsen lenken den Blick der Besucher:innen gezielt durch den Raum und schaffen so eine lebendige, dynamische Inszenierung.

Begleitend zur Ausstellung entstand ein umfangreicher Katalog.

 

Blauer Schrank mit gemalten nackten Figuren in verschiedenen Posen vor gelber Wand in Museumsausstellung. Darüber ein Zitat: "Es gibt noch viel zu tun auf jeglichem Gebiete, wir sind überzeugt, dass auch das Kunstgewerbe dadurch in ganz andere Bahnen gelenkt wird."
Blick in die Ausstellung mit zahlreichen Gemälden an gelben, roten und weißen Wänden.
Ausstellung mit roten und weißen Wänden, mehreren gerahmten Gemälden und einer Skulptur auf einem schwarzen Sockel.
Ausstellung mit mehreren gerahmten Gemälden an roten und weißen Wänden, graue Sitzbank im Vordergrund. Zitat an der Wand: "Wir erkennen in der Kunst das stärkste Mittel, die gefesselten Seelen der Menschen zu befreien und zu wahrhaft menschenwürdigem Dasein zusammenzuschließen."
Ausstellung mit mehreren gerahmten Gemälden an roten und weißen Wänden, graue Sitzbank im Vordergrund. Zitat an der Wand: "Wir erkennen in der Kunst das stärkste Mittel, die gefesselten Seelen der Menschen zu befreien und zu wahrhaft menschenwürdigem Dasein zusammenzuschließen."
Mehrere gerahmte Gemälde und Zeichnungen hängen an weißen und blauen Wänden im Museumsraum mit hellem Holzboden.
Wand mit Text 'AUF DEN SPUREN DES EXPRESSIONISMUS IM WESTEN' und drei runden, farbigen Schautafeln, mit unterschiedlichen Symbolen, die auf die verschiedenen Themenrouten verweisen.
Kreisförmige Grafik mit einem springenden Reh in der Mitte und acht farbigen Segmenten mit kurzen Texten rundherum. Aufgabe: "Kannst du die Tiere finden? Folge der Spur! Die Farben geben dir einen Hinweis zum richtigen Kunstwerk."

Drei von uns gestaltete Themenrouten führen unterschiedliche Zielgruppen vertiefend zu ausgewählten Kunstwerken, um so einen besonders intensiven Blick darauf zu erlauben und zur Interaktion mit der Kunst anzuregen. Die Besucher:innen werden mitgenommen auf eine Reise in eine lebendige Region im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts.

Team & Projektdetails

AUFTRAGGEBER: Sauerland-Museum Arnsberg
GESTALTUNGSKONZEPT: Katharina Weber mit Thomas Doetsch
ARCHITEKTUR: Thomas Doetsch
AUSSTELLUNGSGRAFIK: Katharina Weber
PARTIZIPATIONSELEMENT: Klara Lange
FLÄCHE: 600 qm
FERTIGSTELLUNG: September 2021
FOTOS: Katharina Weber