»Widerstand und Würde – Verbundene Kämpfe von Rom*nja und Sinti*zze nach 1945«

Sonderausstellung

14.11.2025 - 10.05.2026
FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum

Ausstellungsgestaltung

Ausstellungsraum mit Texttafeln, Video- und Audiostationen zu "Widerstand und Würde"
Ausstellungsraum mit hölzernem Boden, weißen Säulen und mehreren farbigen Informationstafeln, an denen eine Person steht und liest.
Blick in die Ausstellung mit mehreren farbigen Stellwänden mit Hörstationen

Die Sonderausstellung »Widerstand und Würde« im FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum wirft Schlaglichter auf verschiedene Kämpfe von Rom*nja und Sinti*zze und ihre Verwobenheit nach 1945. 

Die Ausstellung rückt das Wissen und die Erfahrungen von Rom*nja und Sinti*zze in den Mittelpunkt, die seit 1945 bis heute für ein würdiges Leben und Gedenken kämpfen.

Neben der Ausstellung gestalteten wir die begleitende Werbegrafik für Print und Social Media.

Blick in die Ausstellung mit mehreren blauen und grünen Informationstafeln. Auf dem Holzfußboden ist ein großer orangefarbener Kreis mit stilisiertem Blütenmuster.
Person steht an einer Hörstation in einem Ausstellungsraum mit mehreren Infotafeln, Sitzhockern und Monitor an Stellwänden

Die Gestaltung der Präsentation greift die Flagge der Rom*nja und Sinti*zze auf, die als Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins beim First World Romani Congress im Jahr 1971 in London beschlossen wurde und bis heute internationaler Bezugspunkt ist.

Ein rotes Chakra (Speichenrad) bildet als Bodengrafik das Zentrum. Davon ausgehend mäandert die Erzählung der Ausstellung auf blauen und grünen Tafeln in den Raum.

Mehrere farbige Ausstellungstafeln mit Texten und Bildern in einem hellen Raum mit Fenstern und einem Holzstuhl
Mehrere farbige Ausstellungstafeln mit Texten und Bildern in einem hellen Raum mit Fenstern und einem Holzstuhl

Auf Fragmenten der Ausstellungsarchitektur klappen den Besucher:innen Tafeln entgegen, die Objekte, Medienstationen und Publikationen präsentieren. Sie machen deutlich, wie bruchstückhaft die Geschichte von Romnja und Sinti*zze bis heute dokumentiert und überliefert ist.

Im Mittelpunkt stehen bislang marginalisierte und wenig sichtbare Perspektiven: die Auseinandersetzungen von Sinti*zze in der DDR um Anerkennung und Gedenken, die seit den späten 1980er Jahren geführten Bleiberechtsinitiativen von Rom*nja sowie ihr Engagement für die Anerkennung der gesamteuropäischen Dimension des nationalsozialistischen Völkermords. Darüber hinaus rücken feministische Romani-Zusammenschlüsse in den Blick, die seit den 1990er Jahren neue Akzente in Debatten um Selbstbestimmung und Repräsentation setzen.

Hand in blauem Ärmel hält eine weiße Karte mit Text unter der Überschrift "Wir wollen endlich Gerechtigkeit"
Person in blauem Pullover blättert in einem ausgestellten Dokument neben einer Wand mit Kopfhörern und Informationskarten.

Um die Bedeutung von kulturellem Schaffen von Rom*nja und Sinti*zze hervorzuheben, werden den Themen zentrale Gedichte zugeordnet und in Romanes und Deutsch zur Verfügung gestellt. Auf Postkarten zum Mitnehmen begleiten die Gedichte die Besucher:innen über den Ausstellungsraum hinaus. In ihren Taschen tragen sie die Texte in den Alltag – als leise Erinnerungen an das Erfahrene.

Wichtige Interviews und Hördokumente werden als Ausschnitte in Originalaufnahme zur Verfügung gestellt und stehen gleichzeitig in zweisprachigen Transkriptionen zum Lesen bereit. Diskriminierende historische Dokumente werden zwar ausgestellt, aber die sensiblen Begriffe sind redaktionell „gelöscht“, also unlesbar gemacht.

Junge Frau mit blauem Hoodie sitzt an der Archivstation, einem Tisch mit mehreren Büchern vor einem Fenster, und hält ein Buch in der Hand
Person mit blauem Pulli sitzt auf einem schwarzen Hocker vor orangefarbenen Stelen mit Bildschirmen und Kopfhörern in einem Raum mit Holzboden

Eine Archivstation bietet wichtige Bücher, Publikationen und Filme zur vertiefenden Recherche und zum Weiterlesen.

Zudem zeigt sie Interviews von zentralen Stimmen der Kämpfe von Rom*nja und Sinti*zze.

Team & Projektdetails

AUFTRAGGEBER: FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum
GESTALTUNGSKONZEPT: Julia Schnegg in Kooperation mit Janno Himpel
AUSSTELLUNGSBAU: Janno Himpel
AUSSTELLUNGS & WERBEGRAFIK: Katharina Weber, Leah Conde
FLÄCHE: ca. 100 qm
FERTIGSTELLUNG: November 2025
FOTOS: FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum, MW&S