Ausstellungsgestaltung
Die Sonderausstellung »Streit – eine Annäherung« im Museum für Kommunikation Berlin beleuchtet die Relevanz von Streit aus historischer, kommunikativer, politischer und persönlicher Perspektive. Streit ist Teil der menschlichen Kommunikation und sowohl im Zwischenmenschlichen als auch in der Demokratie wichtiger Bestandteil unseres Zusammenlebens. Wir werden täglich mit Streit konfrontiert und streiten dabei über fast alles: über Macht, Geld, Kunst und die Liebe.
Alle Facetten des Streits werden in der Ausstellung beleuchtet – einzig explizit und ganz bewusst ausgeschlossen bleiben körperliche Gewalt und Krieg als Auseinandersetzungsform.
Die rund 150 Objekte und Geschichten der Ausstellung gehen dem Wesen von Streit auf den Grund, erforschen verschiedene Streitformen und schärfen spielerisch die Streitkompetenz der Besuchenden.
Interaktionen und ein Hinterfragen des eigenen Streitverhaltens sind dabei wichtige Bestandteile der gesamten Ausstellung. Besuchende können immer wieder über grundsätzliche Fragen und Aussagen zum Thema Streit abstimmen und werden so Teil eines ausstellungsübergreifenden Meinungsbildes.
Sie wählen zu Beginn ihre persönliche Streit-Tier-Chipkarte und können sich während des Rundgangs durch die Ausstellung in verschiedenen Streit-Szenarien zum eigenen Streitverhalten positionieren.
Dies ist beispielsweise die fünfte Station in der Ausstellung, hier wird eine Firmenkampagne zur Bundestagswahl 2021, die in den sozialen Medien kritisch diskutiert wurde, zur Verhandlung gestellt.
Am Ende des Rundgangs wird die Chipkarte ausgewertet und man erhält einen Aufkleber mit seinem Streit-Tier. Dieses kann man an die Wände oder Sitzmöbel des anfangs leeren Epilograums kleben, so füllt sich der Raum nach und nach. Möglicherweise zeichnet sich im Verlauf der Ausstellung über die Farbigkeit eine Häufung eines bestimmten Streit-Tieres ab.
Ein weiteres interaktives Format, das sich durch die Schau zieht, ist die »Steile These«: Eine lautet: Ist Kunst politisch? Der Einwurf eines Balls in eine Abstimmungssäule markiert die eigene Meinung dazu.
Eine weitere These fragt: Ist Demonstrieren sinnlos? Mit der Wahl eines Protestschilds kann man sich auch hier positionieren. Neben den prominenten interaktiven Elementen gibt es auch sonst viel zu lernen, wie zum Beispiel über die Geschichte des Streiks oder wie lukrativ ein Streit für manche Akteur:innen sein kann.
Gestalterische Grundlage für die Ausstellung sind lasierte Seekieferplatten in Rahmen, auf welche – in der Optik von Street-Art Paste-ups – die Ausstellungsinhalte auf Papier gedruckt aufgeklebt sind. Darunter liegen handgemalte großflächige Pinselstriche, die den DIY-Charakter der Ausstellung unterstützen.
Es entsteht ein elementbasiertes System, welches die Besuchenden abwechslungsreich durch die Ausstellung leitet. Die Ausstellung ist durchgehend auf allen Textebenen zweisprachig in Deutsch und Englisch konzipiert.
Die Werbemittel zu »Streit – eine Annäherung« wurden ebenfalls von uns gestaltet.
AUFTRAGGEBER: Museumsstiftung Post und Telekommunikation
GESTALTUNGSKONZEPT: Matthies Weber & Schnegg mit Irmhild Gumm und Tina Buß | Wir von Kebnekaise
ARCHITEKTUR: Irmhild Gumm, Tina Buß
AUSSTELLUNGSGRAFIK: Katharina Matthies, Katharina Weber, Julia Schnegg, Klara Lange, Wencke Osinski, Leah Conde
KONZEPTION INTERAKTIVE STREIT-TIER-STRECKE: Katharina Matthies
FLÄCHE: 650 qm
FERTIGSTELLUNG: Berlin Oktober 2022 | Frankfurt a. M. Oktober 2023
FOTOS: Marion Lammersen
Matthies Weber & Schnegg
c/o GH28
Große Hamburger Str. 28
10115 Berlin
Tel: 030 55 95 71 60
E-Mail: zentrale@matthies-weber-schnegg.com