Ausstellungsgestaltung
In der Geschichte der Migration waren immer auch Frauen anwesend; gleichwohl sind sie bis zur Gegenwart vielfach im kollektiven Gedächtnis und in öffentlichen Archiven abwesend.
GUESTures ist ein Projekt der Künstlerin Margareta Kern über die Geschichte, ihre Konstruktion und die Erinnerungen an die sogenannte Gastarbeit. Mit ihrer Arbeit befragt sie den Zusammenhang zwischen Migration, prekärer Arbeit und der Sichtbarkeit von Frauen in der Geschichtsschreibung.
Das Friedrichshain-Kreuzberg Museum war 2009 ein Ausgangspunkt für ihre mehrjährige Recherche. In der Ausstellung zeigt sie daraus einige miteinander verbundene Elemente aus ihren Interviews, Fotografien und Briefen von Frauen, die in den späten 1960er Jahren aus Jugoslawien kamen und in der Produktion von Radio- und Fernsehgeräten arbeiteten.
Im Mittelpunkt von GUESTures steht eine Zwei-Kanal-Filminstallation mit zwei Erzählebenen: Auf dem einen Bild ist eine Schauspielerin zu sehen, die in ihrer Performanz drei Interviewpartnerinnen darstellt. Das andere Bild zeigt Margareta Kern beim Zeichnen von Dingen, die in den Erzählungen dieser drei Frauen auftauchen.
Die Filminstallation ist zudem von historischen Aufnahmen durchquert. In diesem Zusammenspiel wird die Installation zu einem eigenen künstlerischen Archiv, das die Erinnerung, die Zeit und die Bilder der Geschichte verdoppelt.
GUESTures eröffnet Fragen über die Erinnerungskultur der Migration in Museen und Archiven, über ihre Ein- und Ausschlussmechanismen und über Möglichkeiten einer Gegenarchivierung.
AUFTRAGGEBER: FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum
GESTALTUNGSKONZEPT: Julia Schnegg in Kooperation mit Janno Himpel
AUSSTELLUNGSBAU: Janno Himpel
AUSSTELLUNGSGRAFIK: Julia Schnegg
FLÄCHE: ca. 100 qm
FERTIGSTELLUNG: Mai 2019
FOTOS: Margareta Kern