Deutschland 1945 – die letzten Kriegsmonate

Sonderausstellung

Dezember 2014 – Oktober 2015
Stiftung Topographie des Terrors

Ausstellungsgestaltung

Ausstellungsbereich mit großem schwarz-weiß Foto von zwei Männern inmitten von Trümmern und Texttafel mit Zitat von Adolf Hitler aus dem Jahr 1945 in Deutsch und Englisch
Ausstellung mit blauen Informationstafeln und schwarz-weißen historischen Fotografien, mit Hörstationen und Sitzgelegenheiten
Blick in die Ausstellung mit blauen Ausstellungstafeln an den Wänden und in der Mitte des Raumes.

70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert die Sonderausstellung der Stiftung »Topographie des Terrors« an die letzten Kriegsmonate in Deutschland – als erste Position in Berlin. In Form einer sich im Verlauf verdunkelnden Spirale zeichnet sie die Ereignisse von Januar bis Mai 1945 nach.

Im Zentrum der Spirale steht die Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation am 8./9. Mai 1945, deren Schlüsselposition durch die dunkle Farbgebung und verspringende Tafeln unterstrichen wird. Sie markiert das Ende des Krieges, in dem Millionen Menschen ihr Leben verloren hatten und weite Teile Europas in Trümmern lagen.

Ausstellungsraum mit blauen Informationstafeln und Hockern vor einer Wand mit Video- und Hörstation zum Thema "Nachkriegsjahre1945-1948"
Ausstellungsbereich mit großem schwarz-weiß Foto von zwei Männern inmitten von Trümmern und Texttafel mit Zitat von Adolf Hitler aus dem Jahr 1945, rechts daneben ein Gang mit Besuchenden, die weitere Ausstellungstafeln den Wänden betrachten

Jedes Thema wird mit einem Gegensatzpaar oder drei Tafeln aus unterschiedlichen Perspektiven durchdrungen und übliche Sichtweisen in Frage gestellt. Die Detailtiefe wird ergänzt durch Großbilder, die einerseits die Dimension von Kriegszerstörung und -verwüstung gegenwärtig werden lassen und zum anderen Themen in ikonographischen Darstellungen bündeln.

Zudem wird die Schau durch eine Guckiewand mit Bildern von Städten vor und nach der Bombardierung durch die Alliierten und Hörstationen zu zentralen Themen, wie der bedingungslosen Kapitulation, untermauert.

Person sitzt an einem Tisch mit Kopfhörern vor einer Wand mit Bildshirm und Ausstellungstafeln zum Thema "Kriegsende im deutschem Nachkriegsfilm"
Besuchende studieren aufmerksam die Tafeln über Filme aus der Nachkriegszeit, zum Beispiel von 1959 "Die Brücke"

Die Bevölkerung befand sich in diesen chaotischen letzten Monaten zerrissen zwischen Zerstörung und Terror, Orientierungslosigkeit und Zukunftsangst. Das gängige Bild der bis zum Ende fanatisch kämpfenden Deutschen wird durch die Darstellung einzelner Handlungsweisen ergänzt: Städte wurden nicht nur bis zum Ende verteidigt, sie wurden auch kampflos übergeben. Es gab Menschen, die sich bis zum Ende an der Verfolgung Anderer beteiligten und solche, die ihnen halfen.

Eine materialreiche Medienstation schildert die Übergangszeit bis 1948 und mündet in die Darstellung der Rezeption des Krieges von 1948 bis heute im deutschen Film.

Der Katalog zur Ausstellung ist ebenfalls bei uns im Haus entstanden.

Team & Projektdetails

AUFTRAGGEBER: Stiftung Topographie des Terrors
AUFTRAGNEHMER: Matthies & Schnegg
GESTALTUNGSKONZEPT: Matthies & Schnegg
ARCHITEKTUR: Julia Schnegg, Lennart Günther
AUSSTELLUNGSGRAFIK: Julia Schnegg, Golnar Mehbouti Nejati
LITHOGRAFIE: Claudia Wolf
WERBEGRAFIK: Julia Schnegg, Golnar Mehbouti Nejati
MEDIENSTATIONEN: Katharina Matthies
PROGRAMMIERUNG MEDIEN: Graphscape
FLÄCHE: 200 qm
FERTIGSTELLUNG: Dezember 2014
WEITERER AUFBAU: Mai – September 2020
FOTOS: Marion Lammersen