Generalunternehmer
Die große Sonderausstellung »CRIME – Die Technik des Verbrechens« im TECHNOSEUM Mannheim ist ein ganz besonderes Projekt, das wir als Generalübernehmerinnen betreut haben.
Die Ausstellung funktioniert wie eine Intervention in der Dauerausstellung. Nur der Ausstellungsauftakt und die ersten beiden Kapitel befinden sich in einem eigenen Ausstellungsbereich.
Alle weiteren Stationen klinken sich dort in die Dauerausstellung ein, wo sich inhaltliche Bezüge ergeben. So führt die Ausstellung über sechs Stockwerke hinweg durch das Haus und verbindet Kriminal-, Technik- und Kulturgeschichte mit zahlreichen interaktiven Elementen.
Eine besondere Herausforderung war es, die einzelnen Kapitel trotz der großen räumlichen Distanzen als zusammenhängende Ausstellung erkennbar zu machen. Gleichzeitig sollte sich »CRIME – Die Technik des Verbrechens« in der sehr offenen und visuell dichten Dauerausstellung des TECHNOSEUMS klar behaupten.
Dafür haben wir eine poppige, plakative Gestaltung in Gelb, Pink und Blau entwickelt. Die drei kräftigen Farben ziehen sich durch alle Kapitel und sorgen gemeinsam mit geometrischen Formen und wiederkehrenden Piktogrammen für einen hohen Wiedererkennungswert.
Jedes Kapitel wird von einem großformatigen »Störer« mit dem Kapiteltext eingeleitet. Mit rund 1,7 x 3 Metern sind diese auch aus größerer Entfernung gut sichtbar und funktionieren als Orientierungspunkte im Museum. Die offenen Holzkonstruktionen und aufgesetzten Grafikflächen bilden eine eigenständige gestalterische Ebene, ohne die bestehende Dauerausstellung zu überdecken.
Bereits im Eingangsbereich wird die Ausstellung mit einem frei stehenden Element angekündigt. Auf der pinken Vorderseite können sich die Besucher:innen das Rallye-Heft für ihren Rundgang mitnehmen.
Die gelbe Rückseite bildet gleichzeitig den Abschluss der Ausstellung: Wer während der Rallye den richtigen Lösungscode ermittelt hat, kann diesen hier in einen Tresor eingeben und erhält bei richtiger Kombination eine kleine Belohnung.
Die Ausstellung richtet sich besonders auch an eine junge Zielgruppe. Entsprechend arbeiten Grafik und Szenografie mit einer direkten, spielerischen Bildsprache. Plakative Piktogramme, starke Farbkontraste und zahlreiche Mitmach-Stationen übersetzen Themen wie Fälschung, Forensik, Codes oder Cybercrime in niedrigschwellige und anschauliche Erlebnisse.
Im Rahmen der Rallye müssen zehn Rätselaufgaben gelöst werden. Hier verbirgt sich die Lösung im Kapitel Fälschungen hinter »The Next Rembrandt«. Das Gemälde wurde von Künstlicher Intelligenz gemalt.
Auch die Nachhaltigkeit spielte bei der Umsetzung eine wichtige Rolle: Bestehende Vitrinen und Ausstellungsmöbel des TECHNOSEUMS wurden gezielt in die Gestaltung integriert. Für die Lounge entstanden Möbel aus Paletten, die nach Ende der Sonderausstellung im Depot des Museums weitergenutzt werden können.
Barrierearmut wurde von Anfang an mitgedacht. Alle Ausstellungstexte sind in einfacher Sprache verfasst. Texte und Grafikflächen hängen auf einer mittleren Höhe von 130 cm, Schriftgrößen und Farbkontraste sind auf eine gute Lesbarkeit optimiert. Die vielen interaktiven Angebote schaffen zusätzliche Zugänge zu den Inhalten und unterstützen das Zwei-Sinne-Prinzip in der gesamten Ausstellung.
So entsteht eine Sonderausstellung, die nicht in einem abgeschlossenen Raum stattfindet, sondern sich wie eine eigene Spur durch das gesamte Museum zieht. Die wiederkehrenden Farben, Formen und grafischen Elemente verbinden die einzelnen Stationen miteinander und machen CRIME trotz der weiten Wege als zusammenhängende Ausstellung erfahrbar.
Die Entwicklung und Gestaltung der meisten Mitmach-Stationen stammt von »rotes pferd«. Zusammen mit der Szenografie machen sie die Ausstellung zu einem abwechslungsreichen Parcours, bei dem die Besucher:innen immer wieder selbst zu Ermittler:innen, Codeknacker:innen oder Fälscher:innen werden.
Die Piktogramme der Ausstellungskapitel finden sich auch auf Aufklebern, Buttons, Tattoos und Armbändern wieder. Sie sind die kleinen Gewinne der Rallye.
AUFTRAGGEBER: TECHNOSEUM Mannheim
SZENOGRAFIE: Katharina Matthies, Julia Schnegg
GRAFIK: Katharina Matthies, Leah Conde-Kaczmar, Julia Schnegg, Klara Lange, Katharina Weber
SCREENDESIGN: Leah Conde-Kaczmar
KONSTRUKTION, PRODUKTION UND MONTAGE AUSSTELLUNGSMÖBEL: rotes pferd
GRAFIKPRODUKTION: MEGALAB Bildkommunikation
FLÄCHE: ca. 850 qm auf 6 Ebenen
LAUFZEIT: 25. Juni 2026 – 27. Juni 2027
FOTOS: Klaus Luginsland, TECHNOSEUM; Katharina Matthies (10, 11 & 14), Klara Lange (16 & 17)