Generalunternehmer
Die Ausstellung »COTTBUS HÖRT ZU, COTTBUS ERZÄHLT« interveniert in die bestehende Dauerausstellung des Stadtmuseums Cottbus. Sie setzt sich mit der vielfältigen Migrationsgeschichte der Region auseinander. Damit schafft sie nicht nur Raum für individuelle Lebensgeschichten, sondern macht die Perspektiven migrantischer und migrantisierter Zeitzeug:innen sichtbar und eröffnet damit das Gespräch darüber, wie Menschen in Cottbus leben (möchten).
Wir durften diese Intervention in Zusammenarbeit mit dem Citizen Science-Projekt »Ostdeutsche Migrationsgesellschaft selbst erzählen« (MigOst), dem Stadtmuseum Cottbus und dem Geflüchteten Netzwerk Cottbus e. V. gestalten. In einer Reihe von Workshops setzten sich migrantische und migrantisierte Co-Kurator:innen mit dem Museum auseinander, kommentierten bestehende Objekte in der Dauerausstellung, ordneten sie aus ihrer Perspektive thematisch ein und ergänzten sie mit eigenen Objekten.
Es entstand ein vielfältiger Rundgang, der den Besucher:innen die Möglichkeit gibt, die Dauerausstellung in einem neuen, persönlicheren Kontext zu erleben, sich mit sichtbaren Leerstellen auseinanderzusetzen und den Spuren von Migration zu folgen.
Die Interventions-Ausstellung eröffnet im Eingang des Museums mit einem großen „Willkommen“-Schriftzug in 10 Sprachen. Alle Cottbusser:innen sollen sich eingeladen fühlen.
Alle Texte sind in arabischer, englischer und deutscher Sprache zu lesen, wobei Arabisch die Leitsprache der Inhalte bildet. Die kräftige Farbgebung aus Türkis und Gelbgrün sorgt für eine klare Unterscheidung zwischen Objektkommentar und der jeweiligen Personenvorstellung.
Die Interventionen verteilen sich punktuell über die Gesamtfläche der Dauerausstellung im Erdgeschoss und sind als Sprech- und Denkblasen aus stabiler Pappe an den Vitrinen angebracht. Sie ergänzen elf Ausstellungsgegenstände und stellen die Kommentator:innen selbst vor. Objekte wie eine versteinerte Muschel, ein besticktes Täschchen oder ein Foto einer Cottbuser Schule werden durch Anekdoten und Erzählungen erweitert und gewähren Einblicke in Assoziationen und Gefühle. Zudem bringen sie Themen wie Flucht, Ankommen und Integration sowie genderspezifische und rassismuskritische Fragen zur Sprache.
Grüne Pfeile auf dem Boden und in den Vitrinen führen richtungsweisend zu den ausgewählten Objekten und erleichtern die Orientierung im Raum.
Durch einen gesonderten Ausstellungsteil mit sechs Vitrinen für eigens mitgebrachte Objekte der Projektteilnehmenden schließt der Interventionsrundgang mit Geschichten aus der Vergangenheit, der Gegenwart und öffnet den Blick auf eine geteilte und solidarische Zukunft in Cottbus.
AUFTRAGGEBER: Stadtmuseum Cottbus & Technische Universität Dresden
AUSSTELLUNGSGRAFIK: Julia Schnegg, Leah Conde
AUSSTELLUNGSMÖBEL & GRAFIKPRODUKTION: Werbär
FLÄCHE: ca. 50 qm
FERTIGSTELLUNG: Dezember 2024
FOTOS: Leah Conde
Matthies Weber & Schnegg
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