»1945: Heidelberg – Alle(s) verloren?«

Sonderausstellung

4. Mai – 11. Juli 2025
Universität Heidelberg

Generalunternehmer

Weitläufiger heller Raum mit großen Text- und Bildtafeln, auf einer Tafel steht groß '1945 HEIDELBERG ALLES VERLOREN'
Ausstellungstafel mit der Überschrift 'VERSORGUNG' und mehreren historischen schwarz-weißen Fotografien sowie erklärenden Texten
Ausstellungstafel mit dem Thema 'Displaced Persons' und mehreren historischen schwarz-weißen Fotografien sowie erklärenden Texten

Zum 80-jährigen Jubiläum des Kriegsendes 1945 haben wir für die Universität Heidelberg zwei Fotoausstellungen gestaltet und umgesetzt.

Die Ausstellung »1945 Heidelberg – Alle(s) verloren?« im Foyer der Neuen Universität handelt von den Menschen in Heidelberg. Wie erlebten sie das Kriegsende und die Zeit danach?

Um ein Bild der Atmosphäre im Jahr 1945 zu vermitteln, arbeiten die Kuratoren Frank Engehausen, Nils Jochum und Kevin Schmidt mit Fotografien und Zitaten sowohl der Bürger:innen von Heidelberg als auch der Besatzer. Viele Aufnahmen waren bislang unveröffentlicht. Der weitere historische Kontext wird über Bildunterschriften vermittelt. Um die Fotos und Zitate wirken zu lassen und die Tafeln nicht mit Texten zu überladen, sind alle englischen Texte über QR-Codes abrufbar.

Ausstellungstafeln mit den Themen 'Entnazifizierung' und 'Besatzung', mehreren historischen schwarz-weißen Fotografien sowie erklärenden Texten
Nahaufnahme von Ausstellungstafeln, bei denen die Wabenstruktur der Pappen seitlich erkennbar ist

Die Gestaltung nimmt die Linien des Foyers auf. Dicke Wabenplatten werden an die Galerieschienen in der Mitte des Raumes gehängt und nach unten durch schwere Betonblöcke stabilisiert. Die offenen Kanten und die Materialität von Pappe und Beton assoziieren subtil die in Trümmern liegende Stadt. Die Titel der jeweiligen Bereiche und einzelne Bilder und Textblöcke sind extra auf die Tafeln aufgesetzt. So wird eine dezente Dreidimensionalität erzeugt.

Es ist uns gelungen, eine komplett nachhaltige Ausstellung zu entwerfen. Die Wabenpappen kommen bei einer zweiten Ausstellung erneut zum Einsatz, hier werden die unbedruckten Rückseiten bedruckt. Im Anschluss werden die Pappen entweder weiter verbaut oder können dem Altpapier zugeführt werden. Die Betonblöcke und Spanngurte werden in anderen Projekten weiter genutzt.

Ausstellung mit Fotografien und Texttafeln zu Leonard McCombe und dem Thema '1945 Nach dem Krieg' in einem hellen Raum mit roter Wand und hohen Decken
Schwarz-weiße Fotografie des Fotografen Leonard McCombe mit Kamera an einer Wand mit Text '1945 Leonard McCombe NACH DEM KRIEG', davor mehrere schwarze Stühle

Die zweite Ausstellung im Heidelberg Center for American Studies (HCA) zeigt die ikonographischen Fotos des britisch-amerikanischen Kriegsfotografen Leonard McCombe. Im Alter von 21 Jahren begleitete er die Alliierten auf ihrem Vormarsch von der Normandie über Paris und Berlin nach Warschau. Über Jahrzehnte hinweg bewahrte der Fotograf Hunderte von Fotoalben sowie Tausende Negative und Abzüge auf. Für die Ausstellung machte die Universität Heidelberg erstmals Bilder aus diesem Archiv einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Für die Sonderausstellung wurde das bestehende Ausstellungssystem des Hauses genutzt und gezielt durch grafische Elemente ergänzt, um die historischen Fotografien kontextuell einzuordnen und räumlich wirkungsvoll zu inszenieren.

Team & Projektdetails

AUFTRAGGEBER: Universität Heidelberg
AUSSTELLUNGSGESTALTUNG: Katharina Matthies, Julia Schnegg
GRAFIK: Katharina Matthies, Julia Schnegg
GRAFIKPRODUKTION: Oschatz Visuelle Medien
FLÄCHE Neue Universität: 200 qm
FLÄCHE HCA: 80 qm
FOTOS: Universität Heidelberg, Tobias Schwerdt